E-Mail senden   +49 (0)2558 90292 0

Schumacher & Hoffstedde Partnerschaft mbB – Steuerberater in Horstmar, Kreis Steinfurt Schumacher & Hoffstedde Partnerschaft mbB – Steuerberater in Horstmar, Kreis Steinfurt

Informationsbrief Steuern & Recht

Informationsbrief drucken (PDF)  |  Archiv  |  Infoportal

Ausgabe September 2019
Für Unternehmer
Das Bun­­des­­ka­­bi­­nett hat am 31. Ju­­li ein Pa­ket mit ver­­­schie­­de­­nen steu­er­­li­chen Ma­ß­­nah­­men ver­­ab­­schie­­det.
Steu­er­­li­che För­­de­rung kli­­ma­f­­reun­d­­li­chen Ver­­hal­­tens
Schwer­­punkt des vom Ka­­bi­­nett be­­sch­­los­­se­­nen Ge­­set­z­en­t­wur­­fes ist die steu­er­­li­che För­­de­rung der Ele­k­tro­­mo­­bi­­li­tät. Die Nu­t­zung des öf­f­en­t­­li­chen Nah­ver­­kehrs, des Fahr­rads oder um­­wel­t­­f­­reun­d­­li­cher Fahr­zeu­­ge soll at­trak­­ti­ver wer­­den. Fol­­gen­­de Ma­ß­­nah­­men hat das Ka­­bi­­nett be­­sch­­los­­sen:
Steu­er­f­­rei­es Job-Ti­­cket und Ein­­füh­rung ei­­ner Pau­­­schal­be­­steu­e­rung für Job-Ti­­ckets
Job­ti­­ckets sol­­len noch stär­ker ge­­nutzt wer­­den. Über­lässt der Ar­beit­­ge­ber sei­­nen Ar­beit­­neh­­me­rin­­nen und Ar­beit­­neh­­mern ein en­t­­­sp­­re­chen­­des Ti­­cket oder leis­­tet er da­­für Zu­­­schüs­­se, blei­­ben die­­se Vor­­­tei­­le seit 2019 steu­er­f­­rei. Der en­t­­­sp­­re­chen­­de Be­­trag ist von den Be­­schäf­­ti­g­­ten auf die als Wer­bungs­­­kos­­ten ab­­zieh­­ba­­re En­t­­­fer­­nungs­­­pau­­­scha­­le an­zu­­­rech­­nen. Um für Nu­t­zer ei­­nes Job­ti­­ckets mehr An­­rei­ze zu schaf­­fen, kön­­nen die ge­­leis­­te­­ten Zu­­­schüs­­se bzw. der gel­d­wer­­te Vor­­­teil des Job­ti­­ckets kün­f­­tig al­­ter­na­­tiv auch beim Ar­beit­­ge­ber pau­­­schal mit 25 % be­­steu­ert wer­­den. Bei die­­ser steu­er­­li­chen Lö­­sung en­t­­­steht Ar­beit­­neh­­me­rin­­nen oder Ar­beit­­neh­­mern durch die un­en­t­­gel­t­­li­che Ge­­wäh­rung, z. B. ei­­nes „Job­ti­­ckets“, kein steu­er­­li­cher Nach­­­teil.
Di­en­st­wa­­gen­be­­steu­e­rung
Wird ein Di­en­st­wa­­gen auch pri­vat ge­­nutzt, wird die­­ser Vor­­­teil grun­d­­sät­z­­lich mit 1 % des in­­län­­di­­schen Lis­­ten­p­­rei­­ses ver­­­steu­ert. Im let­z­­ten Jahr wur­­de für Ele­k­­tro- und ex­­tern auf­­­la­d­­ba­­re Hy­bri­d­­fahr­zeu­­ge die­­se Ver­­­steu­e­rung hal­­biert (auf 1 % des hal­­ben Lis­­ten­p­­rei­­ses/Mo­­nat). Die­­se Re­­ge­­lung wird bis zum Jahr 2030 ver­­län­­gert. Zu­­g­­leich wer­­den aber auch die tech­­ni­­schen An­­for­­de­run­­gen er­­höht. Ab dem Jahr 2022 muss die (rein ele­k­­trisch be­­trie­be­­ne) Min­­de­st­­reich­wei­­te der ge­för­­der­­ten Hy­brid-Fahr­zeu­­ge 60_km be­tra­­gen oder ein ma­­xi­­ma­­ler CO2-Aus­­­stoß von 50 g/km gel­­ten, ab 2025 dann auf 80 km (oder max. CO2-Aus­­­stoß von 50 g/km).
Son­­der­ab­­sch­­rei­bun­­gen für Ele­k­tro­­lie­f­er­­fahr­zeu­­ge
Für die An­­schaf­­fung neu­er, rein ele­k­­trisch be­­trie­be­­ner Lie­f­er­­fahr­zeu­­ge wird ei­­ne Son­­der­ab­­sch­­rei­bung ein­­ge­­führt (2020 bis En­­de 2030). Da­­mit kön­­nen Un­­ter­­neh­­men be­­reits im Jahr der An­­schaf­­fung ei­­nes sol­chen Fahr­zeugs zu­­­sät­z­­lich zu den re­­gu­lä­­ren Ab­­sch­­rei­bungs­­­mög­­li­ch­kei­­ten die Häl­f­­te der An­­schaf­­fungs­­­kos­­ten steu­er­­lich ab­­sch­­rei­­ben.
Steu­er­be­f­­rei­ung für La­­de­­strom und Pau­­­schal­be­­steu­e­rung für La­­de­vor­­rich­­tung
Das kos­­ten­f­­reie Auf­­la­­den des Ele­k­­tro- oder Hy­bri­­de­­le­k­tro­­fahr­zeugs im Be­­trieb des Ar­beit­­ge­bers ist steu­er­f­­rei. Eben­­so kön­­nen be­­trie­b­­li­che La­­de­vor­­rich­­tun­­gen an Be­­schäf­­ti­g­­te über­las­­sen wer­­den, oh­­ne dass die­­ser Vor­­­teil ver­­­steu­ert wer­­den muss. Über­ei­g­­net der Ar­beit­­ge­ber La­­de­vor­­rich­­tun­­gen für die Nu­t­zung au­­ßer­halb des Be­­trie­­bes oder leis­­tet Zu­­­schüs­­se für den Er­werb, kann die­­ser gel­d­wer­­te Vor­­­teil pau­­­schal mit 25 % ver­­­steu­ert wer­­den. Die­­se Re­­ge­­lung wird um 10 Jah­­re ver­­län­­gert.
Ge­wer­be­­steu­er­­li­che Er­­leich­­te­run­­gen bei Mie­­te und Le­a­­sing von Ele­k­tro­­fahr­zeu­­gen
Un­­ter­­neh­­men, die um­­wel­t­­f­­reun­d­­li­che Fahr­zeu­­ge mie­­ten oder le­a­­sen, sol­­len kün­f­­tig steu­er­­lich be­s­­ser ge­s­­tellt wer­­den. Für Ele­k­tro­­fahr­zeu­­ge und ex­­tern auf­­­la­d­­ba­­re Hy­bri­­de­­le­k­tro­­fahr­zeu­­ge (die be­­stim­m­­te Scha­d­­stof­f­aus­­stoß- oder Reich­wei­­ten­kri­­te­ri­en er­­fül­­len) so­wie für an­­ge­­mie­­te­­te Fahr­rä­­der, die kei­­ne Kraf­t­­fahr­zeu­­ge sind, wird bis 2030 der bis­he­ri­­ge Um­­­fang der Hin­zu­­­rech­­nung bei der Ge­wer­be­­steu­er hal­­biert.
Steu­er­be­f­­rei­ung für be­­trie­b­­li­che Fahr­rä­­der oder Ele­k­tro­­fahr­rä­­der
Wird ein Di­en­st­­fahr­rad den Be­­schäf­­ti­g­­ten auch für den Pri­va­t­­ge­brauch kos­­ten­­los zur Ver­­­fü­­gung ge­s­­tellt, ist das seit 2019 dann steu­er­f­­rei, wenn es zu­­­sät­z­­lich zum re­­gu­lä­­ren Ar­beits­­­lohn er­­folgt. Auch Be­­trieb­s­in­ha­ber selbst müs­­sen die pri­va­­te Nu­t­zung nicht ver­­­steu­ern. Die­­se Re­­ge­­lun­­gen wer­­den bis zum 31. De­zem­ber 2030 ver­­län­­gert.
Steu­er­­li­che Ma­ß­­nah­­men für gün­s­­ti­­gen Wohn­raum und mehr Ge­­rech­­ti­g­keit
Ver­­­gün­s­­ti­g­­ter Wohn­raum für Be­­schäf­­ti­g­­te
Wer sei­­nen Be­­schäf­­ti­g­­ten gün­s­­ti­­gen Wohn­raum zur Ver­­­fü­­gung stellt, leis­­tet ei­­nen wich­­ti­­gen Bei­­trag ge­­gen knap­pen Wohn­raum und stei­­gen­­de Mie­­ten. Bis­her müs­­sen Be­­schäf­­ti­g­­te den fi­n­an­zi­el­­len Vor­­­teil ge­­gen­­über der orts­­üb­­li­chen Mie­­te je­doch ver­­­steu­ern. Das ver­­rin­­gert den ei­­gen­t­­lich ge­wün­sch­­ten Ef­­fekt, in­s­be­­son­­de­­re da die orts­­üb­­li­che Ver­­g­­leichs­­mie­­te in den let­z­­ten Jah­­ren vie­­ler­orts deu­t­­lich ge­s­­tie­­gen ist. Für die Be­­rech­­nung des steu­er­­li­chen Vor­­­teils wird des­halb ein Ab­­schlag ein­­ge­­führt. Im Er­­ge­b­­nis müs­­sen da­­mit Be­­schäf­­ti­g­­te, die min­­des­­tens zwei Drit­­tel der orts­­üb­­li­chen Ver­­g­­leichs­­mie­­te zah­­len, den fi­n­an­zi­el­­len Vor­­­teil nicht mehr ver­­­steu­ern. Der Ab­­schlag gilt nur bis zu ei­­ner orts­­üb­­li­chen Ver­­g­­leichs­­mie­­te von 25 Eu­­ro/qm (kalt).
Ein­däm­­mung von Sha­­re Deals
Mit ei­­nem wei­­te­­ren Ge­­set­z­en­t­wurf wird ei­­ne mis­s­bräuch­­li­che Pra­­xis zur Steu­er­ver­­­mei­­dung durch – meist fi­nan­z­­star­ke – Un­­ter­­neh­­men ein­­ge­dämmt, die so­­ge­nan­n­­ten Sha­­re Deals. Die Grun­d­er­wer­b­­steu­er wird im­­mer dann fäl­­lig, wenn das Ei­­gen­­tum an ei­­nem Grun­d­­stück über­­geht. Um die­­se Grun­d­er­wer­b­­steu­er zu ver­­­mei­­den, wird häu­­fig ein Un­­ter­­neh­­men ge­­grün­­det, des­­sen ein­zi­­ger Ver­­­mö­­gen­s­­ge­­gen­­stand ein Grun­d­­stück (mit Ge­­schäfts­­­ge­bäu­­de) ist. Wenn nun le­­di­g­­lich An­­tei­­le an die­­ser Ge­­sel­l­­schaft er­wor­­ben wer­­den, bleibt die­­se rech­t­­lich Ei­­gen­tü­­me­rin der Grun­d­­stü­­cke. Bis­her wur­­de bei ei­­nem Er­werb von we­­ni­­ger als 95 Pro­­zent der An­­tei­­le ei­­ner sol­chen Ge­­sel­l­­schaft in­n­er­halb von fünf Jah­­ren kei­­ne Grun­d­er­wer­b­­steu­er fäl­­lig.
Durch die­­ses Mo­­dell en­t­­­ge­hen den Län­­dern er­­he­b­­li­che Steu­er­ein­­nah­­men. Au­­ßer­­dem wi­­der­­spricht es der Steu­er­­ge­­rech­­ti­g­keit, da die­­ser Vor­­­teil von Pri­va­t­per­­so­­nen nicht ge­­nutzt wer­­den kann. In ei­­nem er­s­­ten Schritt wird jetzt auf Vor­­­schlag der Län­­der die Be­­tei­­li­­gungs­­­schwel­­le, ab der ein Grun­d­­stück­­ser­werb an­­ge­­nom­­men wird, auf 90 % ge­­senkt. Au­­ßer­­dem soll die Frist auf 10 Jah­­re ver­­län­­gert wer­­den, in­n­er­halb de­­rer die An­­teils­­käu­­fe der neu­en Ei­­gen­tü­­me­rin­­nen bzw. Ei­­gen­tü­­mer be­rück­­si­ch­­tigt wer­­den.
Mehr Vor­­­tei­­le für Be­­schäf­­ti­g­­te
Steu­er­f­­rei­heit für Wei­­ter­­bil­­dungs­­­leis­­tun­­gen
Wei­­ter­­bil­­dungs­­­leis­­tun­­gen des Ar­beit­­ge­bers, die der Ver­­­be­s­­se­rung der Be­­schäf­­ti­­gungs­­­fähi­g­keit des Ar­beit­­neh­­mers bzw. der Ar­beit­­neh­­me­rin die­­nen, sind steu­er­f­­rei.
Mehr Vor­­­tei­­le für Be­­schäf­­ti­g­­te bei Di­en­st­­rei­­sen
Zu­­­kün­f­­tig kön­­nen Be­­schäf­­ti­g­­te bei mehr­tä­­ti­­gen Di­en­st­­rei­­sen pro Tag 28 Eu­­ro (statt bis­her 24 Eu­­ro; + 17 %), bei Ab­we­­sen­hei­­ten zwi­­schen 8 und 24 Stun­­den 14 Eu­­ro (statt bis­her 12 Eu­­ro; + 17 %) an­­set­­zen. Au­­ßer­­dem wer­­den die Re­­ge­­lun­­gen für Be­­rufs­kraf­t­­fah­­re­rin­­nen und Be­­rufs­kraf­t­­fah­­rer durch die Ein­­füh­rung ei­­nes ge­­set­z­­li­chen Pau­sch­be­­trags ve­r­ein­­facht. Kos­­ten, die mit der Über­nach­­­tung im Di­en­st­­fahr­zeug im Zu­­­sam­­men­hang ste­hen, kön­­nen sie zu­­­kün­f­­tig pau­­­schal mit 8 Eu­­ro pro Tag an­­set­­zen. Al­­ter­na­­tiv kön­­nen auch die ta­t­­säch­­li­chen Kos­­ten bei der Steu­er gel­­tend ge­­macht wer­­den, wenn die­­se höh­er sind.
Klar­heit beim Sach­­lohn­be­zug
Sach­be­zü­­ge, die der Ar­beit­­ge­ber kos­­ten­­los oder ver­­­gün­s­­tigt ge­­währt, sind bis zu der Gren­ze von 44 Eu­­ro im Mo­­nat steu­er­f­­rei. Die Re­­ge­­lung bleibt be­s­te­hen.
Qu­el­­le: BMF Mit­­­tei­­lung
Für Bauherren und Vermieter
Das Finanzgericht Baden-Württemberg entschied mit Urteil vom 6. Juni 2019 (Az. 1 K 699/19), es liegt kein steuerrechtlich anzuerkennendes Mietverhältnis vor, wenn die Klägerin und Vermieterin die zur Hälfte vermietete Wohnung gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und Mieter bewohnt.
Das Mietverhältnis halte keinem Fremdvergleich stand. Ein fremder Dritter lasse sich nicht auf eine bloße Berechtigung zur Mitnutzung einer Wohnung ohne Privatsphäre, ohne ihm individuell und abgrenzbar zugewiesene Wohnräume ein.Der Vortrag, jeder habe jeweils ein Schlafzimmer zur ausschließlichen individuellen Nutzung, könne nicht überprüft werden und widerspreche dem Mietvertrag.
Eine nichteheliche Lebensgemeinschaft sei jedenfalls auch eine Wirtschaftsgemeinschaft, deren wesentlicher Bestandteil das gemeinsame Wohnen sei. Daher sei kein zivilrechtlicher Vertrag, sondern die persönliche Beziehung („innere Bindung“) der Partner die Grundlage des gemeinsamen Wohnens. Beide Partner tragen nach ihren Kräften finanziell zur gemeinsamen Lebensführung bei, wozu auch das Wohnen gehöre. Die erklärten Mieteinnahmen seien steuerlich nicht berücksichtigungsfähige „Beiträge zur gemeinsamen Haushaltsführung“ und Aufwendungen für diese Wohnung nicht abzugsfähig. Das beklagte Finanzamt berücksichtigte den auf die Vermietung an den Lebensgefährten entfallenden Verlust nicht mehr.
Quelle: PM, FG Baden-Württemberg
Landwirtschaft
Die Europäische Kommission hat beschlossen, Deutschland vor dem Gerichtshof der Europäischen Union zu verklagen, weil es die Mehrwertsteuer-Sonderregelung für Landwirte nicht korrekt anwendet. Nach den geltenden EU-Vorschriften können die Mitgliedstaaten MwSt-Pauschalregelung ( Richtlinie 2006/112/EG des Rates ) anwenden, wonach die Landwirte ihren Kunden einen Pauschalbetrag („Pauschalausgleich“) auf ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Dienstleistungen in Rechnung stellen können. Im Gegenzug können diese Landwirte keinen Vorsteuerabzug geltend machen.
Die Regelung ist für Landwirte gedacht, die bei der Anwendung der normalen Mehrwertsteuerregelung oder der vereinfachten Regelung für kleine Unternehmen auf verwaltungstechnische Schwierigkeiten stoßen dürften. Deutschland wendet die Pauschalregelung standardmäßig auf alle Landwirte an, d. h. auch auf Eigentümer großer landwirtschaftlicher Betriebe, unabhängig davon, ob sie mit derartigen Schwierigkeiten konfrontiert sind oder nicht. Die einzigen Landwirte, denen die Regelung nicht zugutekommt, sind gewerbliche Viehzüchter.
Den Zahlen des Bundesrechnungshofs zufolge erhalten deutsche Landwirte, auf die die Pauschalregelung Anwendung findet, zudem einen Ausgleich, der die von ihnen gezahlte Vorsteuer übersteigt. Dies ist nach den EU-Vorschriften nicht zulässig und führt zu großen Wettbewerbsverzerrungen auf dem Binnenmarkt, insbesondere zugunsten großer Landwirte, denen die normalen Mehrwertsteuerregelungen keine Schwierigkeiten bereiten.
Quelle: Europäische Kommission, PM
Einkommensteuer und persönliche Vorsorge
Gu­te Nach­richt für al­le Be­ruf­s­an­fän­ger: Zum Start des Aus­bil­dungs­jah­res am 1. Au­gust 2019 ist die Be­rufs­aus­bil­dungs­bei­hil­fe für Aus­zu­bil­den­de ge­s­tie­gen. Auch das Aus­bil­dungs­geld für jun­ge Men­schen mit Be­hin­de­rung wur­de er­höht.
Die Be­darfs­sät­ze und die Ein­kom­mens­f­rei­be­trä­ge wer­den in zwei Stu­fen an­ge­ho­ben. Zum 1. Au­gust 2019 stieg der Höchst­be­trag für Le­bens­un­ter­halt und Woh­nen deut­lich: von der­zeit 622 Eu­ro auf 716 Eu­ro mo­nat­lich. Zum 1. Au­gust 2020 stieg er noch­mals auf 723 Eu­ro pro Mo­nat.
Beim Aus­bil­dungs­geld für jun­ge Men­schen mit Be­hin­de­rung er­höh­ten sich die Be­darfs­sät­ze - wie bei der Be­rufs­aus­bil­dungs­bei­hil­fe - um fünf Pro­zent zum 1. Au­gust 2019 und noch ein­mal um zwei Pro­zent zum 1. Au­gust 2020. Auch die Frei­be­trä­ge für das Ein­kom­men der El­tern steigt 2019 um sie­ben Pro­zent.
El­tern kön­nen sich über mehr Zu­schüs­se freu­en. So er­hal­ten sie seit dem 01. Au­gust 150 Eu­ro für die Aus­stat­tung mit Schul­be­darf (zum Bei­spiel Schul­ruck­sack, Sch­reib­ma­te­rial oder Ta­schen­rech­ner) – und zwar pro Schul­jahr.
Für die Teil­nah­me am so­zia­len und kul­tu­rel­len Le­ben gibt es für al­le an­spruchs­be­rech­tig­ten Kin­der 15 Eu­ro – bis­lang wa­ren es zehn Eu­ro. Au­ßer­dem müs­sen El­tern für die Schü­l­er­be­för­de­rung ab Au­gust kei­nen Ei­ge­n­an­teil mehr leis­ten. Glei­ches gilt für das Mit­ta­ges­sen in Ki­ta und Schu­le.
Qu­el­le: Bun­des­re­gie­rung
Für Sparer und Kapitalanleger
Ver­an­stal­ter von Kreuz­fahr­ten dür­fen oh­ne aus­drück­li­che Zu­stim­mung der Pas­sa­gie­re kein pau­scha­les Trink­geld von de­ren Bord­kon­to ab­bu­chen. Das hat das Ober­lan­des­ge­richt Ko­b­lenz nach ei­ner Kla­ge des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­bands (vzbv) ent­schie­den.
„Es muss den Pas­sa­gie­ren über­las­sen blei­ben, wie viel Trink­geld sie zah­len möch­ten“, sagt Kers­tin Hop­pe, Rechts­re­fe­ren­tin beim vzbv. „Die ver­b­rei­te­te Un­sit­te, Be­trä­ge von oft mehr als hun­dert Eu­ro pro Rei­se oh­ne vor­he­ri­ge Er­laub­nis ein­zu­be­hal­ten, ist nach dem Ur­teil rechts­wid­rig.“
10 Eu­ro pro Per­son und Nacht au­to­ma­tisch ab­ge­bucht
Der Rei­se­ver­an­stal­ter hat­te in ei­nem Pro­spekt von Al­di-Rei­sen für ei­ne Kreuz­fahrt ge­wor­ben. Dort wur­de auf die Trink­geld-Re­ge­lung an Bord hin­ge­wie­sen. Die Re­ge­lung be­sag­te, dass ein Trink­geld von 10 Eu­ro pro Per­son und Nacht au­to­ma­tisch vom Bord­kon­to der Rei­sen­den ab­ge­bucht wer­de. Die­sen Be­trag könn­ten sie an der Re­zep­ti­on kür­zen, st­rei­chen oder er­höhen.
Aus­drück­li­che Zu­stim­mung der Kun­den er­for­der­lich
Das Ge­richt sch­loss sich der Auf­fas­sung des vzbv an, dass die vom Ver­an­stal­ter als „Trink­geld­emp­feh­lung“ be­zeich­ne­te Re­ge­lung un­zu­läs­sig ist. Das Ge­setz sch­rei­be vor, dass Zu­sat­z­ent­gel­te zum Rei­se­preis nur mit aus­drück­li­cher und ge­son­der­ter Zu­stim­mung der Kun­den ve­r­ein­bart wer­den dür­fen. Die strit­ti­ge Trink­geld­emp­feh­lung wer­de da­ge­gen be­reits Ver­trags­be­stand­teil, wenn Rei­se­kun­den nicht aus­drück­lich wi­der­sp­re­chen. Sie müss­ten selbst ak­tiv wer­den, um die Ab­bu­chung zu ver­hin­dern. Das sei mit dem Sinn und Zweck der ge­setz­li­chen Re­ge­lung nicht ve­r­ein­bar. Das Ge­richt be­stä­tig­te mit sei­nem Be­schluss das in ers­ter In­stanz er­gan­ge­ne Ur­teil des LG Ko­b­lenz (Az. 15 O 36/17). Ei­ne Re­vi­si­on beim Bun­des­ge­richts­hof ließ es nicht zu.
Qu­el­le: VZBV, PM
Lesezeichen
Das steu­er­li­che Rei­se­kos­ten­recht, das seit dem Jahr 2014 den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug für nicht orts­fest ein­ge­setz­te Ar­beit­neh­mer und Beam­te - wie z.B. St­rei­fen­po­li­zis­ten - ein­schränkt, ist ver­fas­sungs­ge­mäß.
Al­le In­fos fin­den Sie hier: https://ti­nyurl.com/y5wl­k6jz
Wichtige Steuertermine
Lohn­steu­er, Um­satz­steu­er (M), Ein­kom­men­steu­er, Kör­per­schaft­steu­er:
10.09.19 (13.09.19)*
Fäl­lig­keit der Bei­trä­ge zur So­zial­ver­si­che­rung:
24.09.19 (Bei­trags­nach­weis)
26.09.19 (Bei­trags­zah­lung)
Zur Wah­rung der Frist muss der Bei­trags­nach­weis am Vor­tag bis spä­tes­tens 24.00 Uhr ein­ge­reicht sein.
* En­de der Schon­frist bei Zah­lung durch Über­wei­sung in Klam­mern.