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Schumacher & Hoffstedde Partnerschaft mbB – Steuerberater in Horstmar, Kreis Steinfurt Schumacher & Hoffstedde Partnerschaft mbB – Steuerberater in Horstmar, Kreis Steinfurt

Informationsbrief Steuern & Recht

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Ausgabe Juni 2021
Für Unternehmer
Ar­beit­neh­mer kön­nen seit April 2020 von dem so­ge­nann­ten Co­ro­na-Bo­nus pro­fi­tie­ren. Bis 1.500 EUR kön­nen Ar­beit­ge­ber steu­er- und so­zial­ver­si­che­rungs­f­rei als Bei­hil­fe und Un­ter­stüt­zung an ih­re Mit­ar­bei­ter aus­zah­len.
Die Aus­zah­lungs­frist wur­de im Rah­men des Jahres­steu­er­ge­set­zes 2020 zu­nächst auf En­de Ju­ni 2021 ter­mi­niert. Die Frist hat sich nun ver­län­gern: Der Bun­des­tag hat jüngst den Ge­setz­ent­wurf zur Mo­der­ni­sie­rung der Ent­las­tung von Ab­zug­steu­ern und der Be­schei­ni­gung der Ka­pi­ta­l­er­trag­steu­er in der vom Fi­nanz­aus­schuss ge­än­der­ten Fas­sung be­sch­los­sen. Dem­nach wird die Frist für die Zah­lung des Co­ro­na-Bo­nus bis En­de März 2022 ver­län­gert!
Die Ver­län­ge­rung soll den ge­ge­be­nen­falls vor­han­de­nen Li­qui­di­tät­s­eng­päs­sen vie­ler Ar­beit­ge­ber Rech­nung tra­gen. Sie führt je­doch nicht da­zu, dass die 1.500 EUR mehr­fach steu­er­f­rei aus­ge­zahlt wer­den kön­nen. Die Zah­lung von meh­re­ren Teil­ra­ten bis zu ins­ge­s­amt 1.500 EUR soll je­doch mög­lich sein. Vor­aus­set­zung ist, dass die Bei­hil­fen und Un­ter­stüt­zun­gen zur Ab­mil­de­rung der zu­sätz­li­chen Be­las­tun­gen durch die Co­ro­na-Kri­se zu­sätz­lich zum oh­ne­hin ge­schul­de­ten Ar­beits­lohn ge­leis­tet wer­den. Die steu­er­f­rei­en Leis­tun­gen sind im Lohn­kon­to auf­zu­zeich­nen, so­dass sie für den Lohn­steu­er-Au­ßen­prü­fer als sol­che er­kenn­bar sind und die Rechts­grund­la­ge für die Zah­lung bei Be­darf ge­prüft wer­den kann.
Die steu­er­f­reie Bei­hil­fe oder Un­ter­stüt­zung ist nicht auf der Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung aus­zu­wei­sen und muss nicht in der Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung an­ge­ge­ben wer­den. Aus­ge­zahl­te steu­er­f­reie Bei­hil­fen oder Un­ter­stüt­zun­gen un­ter­lie­gen nicht dem Pro­gres­si­ons­vor­be­halt. Sie er­höhen da­mit nicht den bei der Steue­r­er­klär­ung an­zu­wen­den­den Steu­er­satz (an­ders u. a. beim Kurz­ar­bei­ter­geld).
Wei­te­re Hin­wei­se fin­den Sie hier: https://www.ti­nyurl.com/w9pnhs4u
Qu­el­le: IHK, DSTV, BMF
Ge­ring­fü­g­i­ge Män­gel in der Kas­sen­füh­rung ei­nes Im­biss­be­triebs recht­fer­ti­gen kei­ne über die kon­k­re­ten Aus­wir­kun­gen die­ser Män­gel hin­aus­ge­hen­den Hin­zu­schätzun­gen, wie das Fi­nanz­ge­richt (FG) Müns­ter ent­schie­den hat.
Die Klä­ge­rin be­t­reibt ei­nen Im­biss, des­sen Ge­winn sie in den St­reit­jah­ren 2012 bis 2014 durch Ein­nah­men­über­schuss­rech­nung er­mit­tel­te. Die er­klär­ten Ge­win­ne be­tru­gen für die St­reit­jah­re je­weils ca. 30.000 EUR. Zur Er­fas­sung der Bar­ein­nah­men ver­wen­de­te die Klä­ge­rin ei­ne elek­tro­ni­sche Re­gi­s­trier­kas­se, für die sie die Bon­rol­len auf­be­wahr­te. Im Rah­men ei­ner Be­triebs­prü­fung führ­te der Prü­fer zu­nächst Geld­ver­kehrs­rech­nun­gen durch, die le­dig­lich ge­ring­fü­g­i­ge Un­ter­de­ckun­gen er­ga­ben und er stell­te fest, dass die Klä­ge­rin wäh­rend des drei­jäh­ri­gen Prü­fungs­zei­traums an ins­ge­s­amt fünf Ta­gen ein­zel­ne Barum­sät­ze nicht in der Kas­se er­fasst hat­te. In der Sum­me be­lie­fen sich die nicht ent­hal­te­nen Be­trä­ge auf knapp 100 EUR. Dar­über hin­aus wur­den an neun wei­te­ren Ta­gen Kas­sen­be­we­gun­gen um ein bis we­ni­ge Ta­ge ver­spä­tet in der Kas­se ver­bucht.
Nach Auf­fas­sung des Prü­fers wa­ren die Auf­zeich­nun­gen nicht ord­nungs­ge­mäß und es be­stand ei­ne Schät­zungs­be­fug­nis. Hier­zu nahm der Prü­fer ei­ne Aus­beu­te­kal­ku­la­ti­on für ei­nen Teil des Wa­ren­sorti­ments der Klä­ge­rin vor und schätz­te im Üb­ri­gen an­hand der amt­li­chen Roh­ge­winn­auf­schlag­sät­ze. Dies führ­te et­wa zu ei­ner Ver­d­rei­fa­chung der er­klär­ten Ge­win­ne.
Das FG hat der Kla­ge weit­ge­hend statt­ge­ge­ben und die Hin­zu­schät­zun­gen auf die in der Kas­se nicht er­fass­ten Be­trä­ge von knapp 100 EUR be­g­renzt. Die vom Be­triebsprü­fer fest­ge­s­tell­ten Kas­sen­füh­rungs­män­gel führ­ten nicht da­zu, dass die Auf­zeich­nun­gen der Klä­ge­rin ins­ge­s­amt ver­wor­fen wer­den könn­ten. Dies er­ge­be sich aus der ge­rin­gen Häu­fig­keit der Män­gel im Ver­hält­nis zu den ge­sam­ten Ge­schäfts­vor­fäl­len, die das Fi­nanz­amt selbst mit 25.000 bis 30.000 pro Jahr ge­schätzt ha­be und aus der ge­rin­gen Ge­winn­aus­wir­kung von we­ni­ger als 100 EUR. Auch die auf­grund die­ser Män­gel mög­li­cher­wei­se nicht ge­ge­be­ne Kas­sen­s­turz­fähig­keit be­schrän­ke sich le­dig­lich auf ein­zel­ne kur­ze Zei­träu­me. Es be­ste­he auch aus an­de­ren Grün­den kein An­lass, die sach­li­che Rich­tig­keit der Auf­zeich­nun­gen der Klä­ge­rin zu be­an­stan­den. Die von ihr er­mit­tel­ten Er­geb­nis­se lä­gen inn­er­halb der amt­li­chen Richt­sät­ze und die durch­ge­führ­ten Geld­ver­kehrs­rech­nun­gen führ­ten zu Er­geb­nis­sen, die sich im Rah­men üb­li­cher Un­schär­fen be­weg­ten. Sch­ließ­lich rei­che die Aus­beu­te­kal­ku­la­ti­on nicht aus, um die sach­li­che Rich­tig­keit der an­sons­ten for­mell ord­nungs­ge­mä­ß­en Auf­zeich­nun­gen zu er­schüt­tern. Vor­lie­gend be­stün­den be­reits gro­ße Un­si­cher­hei­ten bei den Por­ti­ons­grö­ß­en, die der Prü­fer nicht an­hand re­prä­sen­ta­ti­ver Test­käu­fe be­legt, son­dern auf­grund an­geb­li­cher Er­fah­rungs­wer­te ge­schätzt ha­be. Auch sei­en nicht al­le Wa­ren­grup­pen kal­ku­liert wor­den, so­dass es sich um ei­ne Richt­satz­schät­zung han­de­le.
Qu­el­le: FG Müns­ter
Für Bauherren und Vermieter
Das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) hat ent­schie­den, dass der Käu­fer ei­nes Hau­ses kei­nen Mak­ler­lohn schul­det, wenn er auf das Ob­jekt zwar zu­nächst durch den Mak­ler auf­merk­sam ge­macht wor­den ist, der Kauf­ver­trag dann aber im No­tar­ter­min platz­te, er dar­auf­hin die Im­mo­bi­lie an­mie­tet und über ein Jahr spä­ter dann doch er­wirbt.
Der Mak­ler bot ei­ne Im­mo­bi­le zum Ver­kauf an, bei der noch ei­ne Grund­stücks­auf­tei­lung vor dem Kauf vor­ge­nom­men wer­den muss­te. Der Käu­fer wur­de durch den Mak­ler auf das Haus auf­merk­sam ge­macht. Er ent­sch­loss sich das Haus zu er­wer­ben. Der No­tar­ter­min platz­te, weil der be­ur­kun­den­de No­tar auf Pro­b­le­me bei der Auf­tei­lung des Grund­stücks hin­wies. Der Käu­fer mie­te­te die Im­mobi­lie hi­er­nach an. Nach Ablauf von 14 Mo­na­ten er­warb der Käu­fer die Im­mo­bi­le von den Ver­käu­fern.
Der Mak­ler for­der­te mit sei­ner Kla­ge die Mak­ler­cour­ta­ge in Höhe von 7.140 EUR. Das Land­ge­richt (LG) hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen und das OLG hat die­se Ent­schei­dung be­stä­tigt. Zur Be­grün­dung hat das OLG aus­ge­führt, dass dem Mak­ler ei­ne Ver­gü­tung nur zu­ste­he, wenn der be­ab­sich­tig­te Ver­trag tat­säch­lich auf­grund sei­ner Ver­mitt­lung­s­tä­tig­keit zu Stan­de kom­me. Dies müs­se der Mak­ler nach­wei­sen.
Er­leich­te­run­gen bei die­sem Nach­weis sei­en an­zu­neh­men, wenn der Mak­ler die Ge­le­gen­heit zum Ver­trags­schluss nach­ge­wie­sen ha­be und sei­ner Tä­tig­keit der Ab­schluss des Haupt­ver­trags in an­ge­mes­se­nem Zeit­ab­stand fol­ge. Dann wer­de zu­guns­ten des Mak­lers ver­mu­tet, dass der Ver­trag auf­grund der Leis­tun­gen des Mak­lers zu­stan­de ge­kom­men sei. Der hier zwi­schen Nach­weis­leis­tung und dem Ver­trags­schluss lie­gen­de Zei­traum las­se ei­ne sol­che Ver­mu­tung zu­guns­ten des Klä­gers nicht mehr zu. Zwi­schen Über­sen­dung des Im­mo­bi­lien­ex­posés und dem Ab­schluss des Kauf­ver­trags la­gen cir­ca 14 Mo­na­te.
Der Käu­fer ha­be sei­ne Er­werbs­ab­sicht vor­über­ge­hend auch voll­stän­dig auf­ge­ge­ben. Wei­ter ha­be der Käu­fer zu­nächst ein er­neu­tes Kau­f­an­ge­bot der Ver­käu­fer ab­ge­lehnt und auch Be­sich­ti­gun­gen des An­we­sens durch po­ten­ti­el­le Er­wer­ber er­dul­den müs­sen. Auch sei die Kün­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses durch die Ver­käu­fer­sei­te er­klärt wor­den. Bei Be­rück­sich­ti­gung die­ser Um­stän­de kön­ne der Er­werb der Im­mo­bi­lie mehr als ein Jahr nach dem ers­ten No­tar­ter­min nicht mehr im Zu­sam­men­hang mit der Leis­tung des Mak­lers ge­se­hen wer­den.
Qu­el­le: OLG RLP
Landwirtschaft
Im April des vergangenen Jahres hat das BMEL das Corona-Bürgschaftsprogramm für Liquiditätssicherungsdarlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank aufgelegt. Das Programm richtet sich an Unternehmen aus der Landwirtschaft, dem Wein- und Gartenbau, der Forstwirtschaft sowie der Fischerei und Aquakultur, die aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie Liquiditätsengpässe haben. Angesichts des aktuelles Pandemie-Verlaufs hat Bundesministerin Julia Klöckner nun entschieden, die Laufzeit des Programmes um ein weiteres halbes Jahr bis zum 31. Dezember 2021 zu verlängern.
Die anhaltende Corona-Pandemie stellt auch Landwirte in Deutschland weiter vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Das zeigt auch die Tatsache, dass das Bürgschaftsprogramm kontinuierlich in Anspruch genommen wird. Um betroffenen Betrieben auch weiterhin finanziell unter die Arme greifen zu können, wird das Programm daher bis zum Jahresende verlängert. Damit wird Sicherheit geschaffen, um die Einschnitte für sie so weit wie möglich abzumildern. Nicht zuletzt die Krise hat den enormen Stellenwert einer flächendeckenden, heimischen Landwirtschaft sehr deutlich gemacht.
Angeboten werden Darlehen in Höhe von maximal drei Millionen Euro. Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) können bis zu 90 % der Darlehenssumme verbürgt werden, bei Großunternehmen bis zu 80 %.
Quelle: BMEL
Einkommensteuer und persönliche Vorsorge
Sch­reibt der Ar­beit­ge­ber in sei­nem Hy­gie­ne­kon­zept FF­P2-Mas­ken vor, müs­se er die Kos­ten da­für tra­gen. Ei­ni­ge Ar­beit­ge­ber stell­ten ih­ren Mit­ar­bei­tern oh­ne Pf­licht kos­ten­los Schutz­mas­ken zur Ver­fü­gung. So ent­stün­den den Be­schäf­tig­ten kei­ne Ex­t­ra-Kos­ten für die Mas­ken. Wer kei­ne Aus­ga­ben hat, kön­ne auch nichts steu­er­lich ab­set­zen, so die Steu­er­re­gel. Da der Schutz der Mit­ar­bei­ter im In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers ist, ent­ste­he in die­sem Fall kein geld­wer­ter Vor­teil für den Ar­beit­neh­mer. Es müs­se al­so nichts ver­steu­ert wer­den. Die Pra­xis ge­he je­doch manch­mal an­de­re We­ge.
Über­nimmt die Fir­ma die Kos­ten trotz vor­ge­schrie­be­ner Tra­gepf­licht nicht, müs­se der Ar­beit­neh­mer sie tra­gen. Ein Wer­bungs­kos­ten­ab­zug im Sinn be­ruf­li­cher Schutz­k­lei­dung sei bis­her nicht vor­ge­se­hen. Haupt­ar­gu­ment sei, dass die Mas­ken auch vor und nach der Ar­beit noch ge­tra­gen wer­den kön­nen. Da ei­ne recht­li­che Ab­g­ren­zung der be­ruf­li­chen Nut­zung nur schwer er­fol­gen kann, sei im Zwei­fels­fall nichts ab­setz­bar.
Auch für das Tra­gen in öf­f­ent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln gibt es kei­ne steu­er­li­che An­er­ken­nung, da der Weg zur Ar­beit ge­setz­lich durch die Ent­fer­nungs­pau­scha­le ab­ge­deckt sei. Ei­ne an­de­re steu­er­li­che Kon­s­tel­la­ti­on sei­en Mas­ken als Krank­heits­kos­ten. Die­se sei­en als au­ßer­ge­wöhn­li­che Be­las­tung ab­setz­bar, wenn ei­ne ärzt­li­che Ver­ord­nung vor­liegt. Ein Arzt oder Heil­prak­ti­ker müs­se be­reits vor der An­schaf­fung der Mas­ken ein Re­zept da­für aus­ge­s­tellt ha­ben, da­mit das Ab­set­zen im Rah­men der Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung funk­tio­niert. Al­ler­dings wür­den in sol­chen Fäl­len oft­mals die Kos­ten für die Mas­ken von der Kran­ken­kas­se über­nom­men. So­mit er­üb­ri­ge sich ein Steu­er­ab­zug meist.
Hier könn­ten nur die Fi­nanz­ver­wal­tung oder der Ge­setz­ge­ber Ab­hil­fe schaf­fen. Sch­ließ­lich sei ei­ne FF­P2-Mas­ke nach we­ni­gen Stun­den vom Atem feucht, durch­ge­weicht und so­mit für den wei­te­ren Ge­brauch nicht mehr si­cher. Das re­gel­mä­ß­i­ge Wech­seln und das kon­se­qu­en­te Tra­gen von Mas­ken auf dem Weg zur Ar­beit in öf­f­ent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln stel­le vie­le Bür­ger vor ei­ne fi­nan­zi­el­le Her­aus­for­de­rung. Ein gu­ter An­satz wä­re, wie vom Bun­des­rat dis­ku­tiert, ei­nen Son­der­aus­ga­ben­ab­zug für die FF­P2-Mas­ken rück­wir­kend für 2020 und für 2021 ein­zu­füh­ren. Die­ser könn­te in Form ei­ner Pau­scha­le von 200 EUR bei Ein­zel­ver­an­la­gung und 400 EUR bei Zu­sam­men­ver­an­la­gung al­len Steu­er­bür­gern zu­gu­te­kom­men. So­lan­ge es aber kei­ne güns­ti­ge­re Ent­schei­dung der Re­gie­rung gibt, blei­ben die Ar­beit­neh­mer lei­der auf den Kos­ten sit­zen.
Qu­el­le: BdSt e.V., PM
Sch­reibt der Ar­beit­ge­ber in sei­nem Hy­gie­ne­kon­zept FF­P2-Mas­ken vor, müs­se er die Kos­ten da­für tra­gen. Ei­ni­ge Ar­beit­ge­ber stell­ten ih­ren Mit­ar­bei­tern oh­ne Pf­licht kos­ten­los Schutz­mas­ken zur Ver­fü­gung. So ent­stün­den den Be­schäf­tig­ten kei­ne Ex­t­ra-Kos­ten für die Mas­ken. Wer kei­ne Aus­ga­ben hat, kön­ne auch nichts steu­er­lich ab­set­zen, so die Steu­er­re­gel. Da der Schutz der Mit­ar­bei­ter im In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers ist, ent­ste­he in die­sem Fall kein geld­wer­ter Vor­teil für den Ar­beit­neh­mer. Es müs­se al­so nichts ver­steu­ert wer­den. Die Pra­xis ge­he je­doch manch­mal an­de­re We­ge.
Über­nimmt die Fir­ma die Kos­ten trotz vor­ge­schrie­be­ner Tra­gepf­licht nicht, müs­se der Ar­beit­neh­mer sie tra­gen. Ein Wer­bungs­kos­ten­ab­zug im Sinn be­ruf­li­cher Schutz­k­lei­dung sei bis­her nicht vor­ge­se­hen. Haupt­ar­gu­ment sei, dass die Mas­ken auch vor und nach der Ar­beit noch ge­tra­gen wer­den kön­nen. Da ei­ne recht­li­che Ab­g­ren­zung der be­ruf­li­chen Nut­zung nur schwer er­fol­gen kann, sei im Zwei­fels­fall nichts ab­setz­bar.
Auch für das Tra­gen in öf­f­ent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln gibt es kei­ne steu­er­li­che An­er­ken­nung, da der Weg zur Ar­beit ge­setz­lich durch die Ent­fer­nungs­pau­scha­le ab­ge­deckt sei. Ei­ne an­de­re steu­er­li­che Kon­s­tel­la­ti­on sei­en Mas­ken als Krank­heits­kos­ten. Die­se sei­en als au­ßer­ge­wöhn­li­che Be­las­tung ab­setz­bar, wenn ei­ne ärzt­li­che Ver­ord­nung vor­liegt. Ein Arzt oder Heil­prak­ti­ker müs­se be­reits vor der An­schaf­fung der Mas­ken ein Re­zept da­für aus­ge­s­tellt ha­ben, da­mit das Ab­set­zen im Rah­men der Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung funk­tio­niert. Al­ler­dings wür­den in sol­chen Fäl­len oft­mals die Kos­ten für die Mas­ken von der Kran­ken­kas­se über­nom­men. So­mit er­üb­ri­ge sich ein Steu­er­ab­zug meist.
Hier könn­ten nur die Fi­nanz­ver­wal­tung oder der Ge­setz­ge­ber Ab­hil­fe schaf­fen. Sch­ließ­lich sei ei­ne FF­P2-Mas­ke nach we­ni­gen Stun­den vom Atem feucht, durch­ge­weicht und so­mit für den wei­te­ren Ge­brauch nicht mehr si­cher. Das re­gel­mä­ß­i­ge Wech­seln und das kon­se­qu­en­te Tra­gen von Mas­ken auf dem Weg zur Ar­beit in öf­f­ent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln stel­le vie­le Bür­ger vor ei­ne fi­nan­zi­el­le Her­aus­for­de­rung. Ein gu­ter An­satz wä­re, wie vom Bun­des­rat dis­ku­tiert, ei­nen Son­der­aus­ga­ben­ab­zug für die FF­P2-Mas­ken rück­wir­kend für 2020 und für 2021 ein­zu­füh­ren. Die­ser könn­te in Form ei­ner Pau­scha­le von 200 EUR bei Ein­zel­ver­an­la­gung und 400 EUR bei Zu­sam­men­ver­an­la­gung al­len Steu­er­bür­gern zu­gu­te­kom­men. So­lan­ge es aber kei­ne güns­ti­ge­re Ent­schei­dung der Re­gie­rung gibt, blei­ben die Ar­beit­neh­mer lei­der auf den Kos­ten sit­zen.
Qu­el­le: BdSt e.V., PM
Für Sparer und Kapitalanleger
Ban­ken kön­nen Ih­re Zu­stim­mung nicht un­ein­ge­schränkt ein­ho­len. Das ent­schied der Bun­des­ge­richts­hof und gab da­mit dem Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (vzbv) Recht: Die Klau­seln zu Preis­er­höh­un­gen und Ver­trags­an­pas­sun­gen in den AGB der Post­bank sind un­wirk­sam – Die Bank hat­te Ih­re Kun­den über Än­de­run­gen in­for­miert und es als Zu­stim­mung ge­wer­tet, wenn Kun­den dar­auf nicht ge­ant­wor­tet ha­ben.
In den letz­ten Jah­ren ha­ben vie­le Ban­ken Kon­to­füh­rungs­ge­büh­ren ein­ge­führt oder die Ge­büh­ren von kos­tenpf­lich­ti­gen Kon­ten er­höht. Als Ver­brau­cher:in­nen hat­ten Sie nur be­dingt die Mög­lich­keit sich da­ge­gen zu weh­ren, denn in den un­ter­zeich­ne­ten AGB der Bank wa­ren Klau­seln zu Ver­trags­än­de­run­gen und Preis­er­höh­un­gen ent­hal­ten. Die­se „fin­gie­ren“ Ih­re Zu­stim­mung – das heißt: Wenn Sie nicht ak­tiv wi­der­sp­re­chen, wird an­ge­nom­men, dass Sie die Än­de­rung ak­zep­tie­ren. Wi­der­spra­chen Sie ei­ner sol­chen Än­de­rung, muss­ten Sie aber auch da­mit rech­nen, dass Ih­nen die Bank kün­digt.
Dass Ban­ken sich mit den ent­sp­re­chen­den Klau­seln das Recht vor­be­hal­ten, Tei­le ih­rer Ver­trä­ge an­zu­pas­sen, ist nor­mal. Die Klau­seln vie­ler Ban­ken – wie auch der Post­bank – sind aber so of­fen for­mu­liert, dass für Ver­brau­cher:in­nen nicht mehr er­sicht­lich ist, wel­che Än­de­run­gen durch­ge­führt wer­den dür­fen. Mit den der­zei­ti­gen Klau­seln kön­ne der ge­sam­te Ver­trag un­ein­ge­schränkt und oh­ne aus­drück­li­che Zu­stim­mung des Kun­den um­ge­s­tellt wer­den, kri­ti­siert der vzbv und hat die Bank ver­klagt.
Der BGH gab die­sem nun Recht: Klau­seln zu mög­li­chen Ver­trags­än­de­run­gen, die so for­mu­liert sind, dass die Bank sich ei­ne fin­gier­te Zu­stim­mung ein­ho­len kann, um ih­re AGB un­ein­ge­schränkt zu ve­r­än­dern, be­nach­tei­li­gen Ver­brau­cher:in­nen un­an­ge­mes­sen und sind un­zu­läs­sig. Zu­nächst ein­mal be­deu­tet das Ur­teil, dass die Bank die Klau­seln in ih­ren AGB ent­sp­re­chend an­pas­sen soll­te: Ver­trags- und Preis­an­pas­sun­gen soll­ten dann tran­s­pa­rent und nach­voll­zieh­bar ge­re­gelt sein. Das Ur­teil könn­te auch Aus­wir­kun­gen auf Ver­trä­ge meh­re­rer In­sti­tu­te ha­ben. Tat­säch­lich ha­ben vie­le Ban­ken und Spar­kas­sen in der Ver­gan­gen­heit auf Grund­la­ge die­ser und ver­g­leich­ba­rer For­mu­lie­run­gen Leis­tungs- und Preis­än­de­run­gen durch­ge­setzt.
Qu­el­le: Ver­brau­cher­zen­tra­le
Lesezeichen
Die Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on (OFD) Karls­ru­he fasst die wich­tigs­ten Grund­sät­ze zur Ord­nungs­mä­ß­ig­keit der Kas­sen­buch­füh­rung auf ih­rer Ho­me­pa­ge zu­sam­men.
Hier der Short­link: https://www.ti­nyurl.com/j2v8935j
Wichtige Steuertermine
Lohnsteuer, Umsatzsteuer,
Einkommensteuer, Körperschaftsteuer
10.06.2021 (14.06.2021)*
Fälligkeit der Beiträge zur Sozialversicherung:
24.05.2021 (Beitragsnachweis)
28.05.2021 (Beitragszahlung)
Zur Wahrung der Frist muss der Beitragsnachweis am Vortag bis spätestens 24.00 Uhr eingereicht sein.
*Ende der Schonfrist bei Zahlung durch Überweisung in Klammern.