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Schumacher & Hoffstedde Partnerschaft mbB – Steuerberater in Horstmar, Kreis Steinfurt Schumacher & Hoffstedde Partnerschaft mbB – Steuerberater in Horstmar, Kreis Steinfurt

Informationsbrief Steuern & Recht

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Ausgabe April 2020
Für Unternehmer
Mit dem Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz schafft die Bun­des­re­gie­rung den Rah­men für ei­ne zu­kunfts­o­ri­en­tier­te und be­darfs­ge­rech­te Zu­wan­de­rung von Fach­kräf­ten aus Dritt­staa­ten. Das Ge­setz ist am 1. März 2020 in Kraft ge­t­re­ten. Das Ge­setz re­gelt klar und tran­s­pa­rent, wer zu Ar­beits- und zu Aus­bil­dungs­zwe­cken nach Deut­sch­land kom­men darf und wer nicht. Zu den we­sent­li­chen Neue­run­gen ge­hö­ren:
• ein ein­heit­li­cher Fach­kräf­te­be­griff, der Hoch­schul­ab­sol­ven­ten und Be­schäf­tig­te mit qua­li­fi­zier­ter Be­rufs­aus­bil­dung um­fasst
• der Ver­zicht auf ei­ne Vor­rang­prü­fung bei an­er­kann­ter Qua­li­fi­ka­ti­on und Ar­beits­ver­trag
• der Weg­fall der Be­g­ren­zung auf Man­gel­be­ru­fe bei qua­li­fi­zier­ter Be­rufs­aus­bil­dung
• die Mög­lich­keit für Fach­kräf­te mit qua­li­fi­zier­ter Be­rufs­aus­bil­dung, ent­sp­re­chend der be­ste­hen­den Re­ge­lung für Hoch­schul­ab­sol­ven­ten, für ei­ne be­fris­te­te Zeit zur Ar­beits­platz­su­che nach Deut­sch­land zu kom­men (Vor­aus­set­zung sind not­wen­di­ge deut­sche Sprach­kennt­nis­se und die Si­che­rung des Le­bens­un­ter­halts)
• ver­bes­ser­te Mög­lich­kei­ten zum Au­f­ent­halt für Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men im In­land mit dem Ziel der An­er­ken­nung von be­ruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen
• Ver­fah­rens­ve­r­ein­fa­chun­gen, ei­ne Bün­de­lung der Zu­stän­dig­kei­ten bei zen­tra­len Aus­län­der­be­hör­den und be­sch­leu­nig­te Ver­fah­ren für Fach­kräf­te
Für ei­ne ge­ziel­te Stei­ge­rung der Zu­wan­de­rung von qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­ten aus Dritt­staa­ten er­gänzt und flan­kiert die Bun­des­re­gie­rung die Re­ge­lun­gen des Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­set­zes durch wei­te­re Ver­bes­se­run­gen der Ver­wal­tungs­ver­fah­ren. Dies sind ins­be­son­de­re Vi­sum­ver­fah­ren, ge­ziel­te Wer­be­maß­nah­men ge­mein­sam mit der Wirt­schaft, Be­sch­leu­ni­gun­gen bei der An­er­ken­nung aus­län­di­scher Bil­dungs­ab­schlüs­se und ei­ne ver­stärk­te Sprach­för­de­rung, ins­be­son­de­re im Aus­land.
Für ei­nen star­ken Wirt­schafts­stand­ort
Die Bun­des­re­gie­rung möch­te kei­ne Ein­wan­de­rung in die So­zial­sys­te­me, son­dern in den Ar­beits­platz. Für ei­nen star­ken Wirt­schafts­stand­ort Deut­sch­land gilt es, die Fach­kräf­te­ba­sis dem Be­darf der Wirt­schaft ent­sp­re­chend zu si­chern und zu er­wei­tern. Im Vor­der­grund ste­hen da­bei in­län­di­sche und eu­ro­päi­sche Fach­kräf­te­po­ten­zia­le. Vor dem Hin­ter­grund des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels ist die Bun­des­re­pu­b­lik aber auch auf Fach­kräf­te aus Dritt­staa­ten an­ge­wie­sen.
Mehr da­zu: http://ti­nyurl.com/un­ter­neh­mer0420
Qu­el­le: Bun­des­re­gie­rung
Das Fi­nanz­ge­richt Müns­ter (FG) hat ent­schie­den, dass ein Ent­gelt, das der Ar­beit­ge­ber an sei­ne Mit­ar­bei­ter für die An­brin­gung ei­nes mit Wer­bung ver­se­he­nen Kenn­zei­chen­hal­ters zahlt, der Lohn­steu­er un­ter­liegt.
Die Klä­ge­rin sch­loss mit ei­ner Viel­zahl von Mit­ar­bei­tern Miet­ver­trä­ge über Wer­be­flächen an de­ren pri­va­ten Fahr­zeu­gen ab, in de­nen sich die be­tref­fen­den Mit­ar­bei­ter zur An­brin­gung von Kenn­zei­chen­hal­tern mit der Fir­men­wer­bung der Klä­ge­rin ge­gen ein Ent­gelt i.H.v. 255 EUR im Jahr verpf­lich­te­ten. Das be­klag­te Fi­nanz­amt ver­t­rat die Auf­fas­sung, dass die­se Ver­gü­tung Ar­beits­lohn dar­s­tel­le und nahm die Klä­ge­rin als Ar­beit­ge­be­rin für die Lohn­steu­er­nach­zah­lung in Haf­tung.
Mit ih­rer hier­ge­gen er­ho­be­nen Kla­ge mach­te die Klä­ge­rin gel­tend, dass die An­mie­tung der Wer­be­fläche in Form der Kenn­zei­chen­hal­ter in ih­rem ei­gen­be­trieb­li­chen In­ter­es­se er­folgt sei und es sich des­halb bei dem hier­für ge­zahl­ten Ent­gelt nicht um Ar­beits­lohn han­de­le. Das FG hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Bei Wür­di­gung der Ge­sam­t­um­stän­de sei der aus­lö­sen­de Mo­ment für die Zah­lun­gen die Stel­lung der Ver­trag­s­part­ner als Ar­beit­neh­mer und da­mit im wei­tes­ten Sin­ne de­ren Ar­beit­stä­tig­keit ge­we­sen.
Die be­triebs­funk­tio­na­le Ziel­set­zung, Wer­bung zu be­t­rei­ben, ha­be nicht ein­deu­tig im Vor­der­grund ge­stan­den. Letz­te­res hät­te nur dann an­ge­nom­men wer­den kön­nen, wenn durch ei­ne kon­k­re­te Ver­trags­ge­stal­tung die För­de­rung des Wer­be­ef­fekts si­cher­ge­s­tellt wor­den wä­re. Die von der Klä­ge­rin ge­sch­los­se­nen Ver­trä­ge hät­ten aber ins­be­son­de­re kei­ner­lei Vor­ga­ben ent­hal­ten, um ei­nen wer­be­wirk­sa­men Ein­satz des je­wei­li­gen Fahr­zeugs si­cher­zu­s­tel­len.
Auch ei­ne Re­ge­lung da­zu, ob an dem Fahr­zeug noch Wer­bung für an­de­re Fir­men an­ge­bracht wer­den durf­te oder ei­ne Ex­k­lu­si­vi­tät ge­schul­det war, sei nicht ge­trof­fen wor­den.
Qu­el­le: FG Müns­ter, Az. 1 K 3320/18 L
Für Bauherren und Vermieter
Das Land­ge­richt Osn­a­brück (LG) hat in ei­ner Ent­schei­dung die An­for­de­run­gen an die so­ge­nann­te Ver­wer­tungs­kün­di­gung nach § 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB präz­i­siert. Die­se Vor­schrift er­laubt dem Ver­mie­ter ei­ner Woh­nung, den Miet­ver­trag zu kün­di­gen, wenn er nur so die Im­mo­bi­lie wirt­schaft­lich ver­wer­ten kann und ihm durch die Fort­set­zung des Miet­ver­hält­nis­ses er­heb­li­che wirt­schaft­li­che Nach­tei­le dro­hen. Mit sei­nem Ur­teil hat das LG je­doch deut­lich ge­macht, dass die Hür­den für ei­ne sol­che Kün­di­gung hoch sind.
Ge­klagt hat­te ei­ne Ge­mein­de aus dem Ems­land. Sie war Ei­gen­tü­me­rin ei­nes Ge­bäu­des mit ur­sprüng­lich vier Woh­nun­gen, in dem je­doch nur noch ein Mie­ter leb­te, der für ei­ne Mo­nats­mie­te von 40 EUR das ge­sam­te Dach­ge­schoss des Hau­ses nutz­te, ob­g­leich er dort ei­gent­lich nur ei­ne von zwei Woh­nun­gen an­ge­mie­tet hat­te. Im Üb­ri­gen stand das Haus leer. Die Mie­te hat­te die Ge­mein­de zu­letzt in den 1950er Jah­ren er­höht und seit Jahr­zehn­ten kei­ne Sa­nie­rungs­maß­nah­men durch­ge­führt, wes­halb das Haus mitt­ler­wei­le ei­nen er­heb­li­chen In­ves­ti­ti­ons­stau auf­wies.
Im Jahr 2016 plan­te die Ge­mein­de, die Im­mo­bi­lie zu ver­kau­fen. Sie bot sie des­halb an ih­rem „Schwar­zen Bret­t“ zu ei­nem Min­dest­kauf­preis von 60.000 EUR an. Gleich­zei­tig kün­dig­te sie das Miet­ver­hält­nis mit dem Mie­ter mit der Be­grün­dung, die not­wen­di­ge Sa­nie­rung des Hau­ses durch die Ge­mein­de sei wirt­schaft­lich nicht dar­s­tell­bar. Der Ver­kauf des Hau­ses stel­le die ein­zig sinn­vol­le Nut­zung der Im­mo­bi­lie dar. Ein Käu­fer las­se sich aber nur fin­den, so­fern das Haus nicht mehr ver­mie­tet sei. Der Mie­ter lehn­te ei­nen Aus­zug ab. Er sah die Kün­di­gung als un­wirk­sam an. Die Ge­mein­de klag­te sch­ließ­lich vor dem Amts­ge­richt Mep­pen (AG) ge­gen den Mie­ter auf Räu­mung des Hau­ses.
Das AG gab der Ge­mein­de in ers­ter In­stanz recht. Be­ra­ten durch ei­nen Sach­ver­stän­di­gen für Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung kam das AG zu dem Er­geb­nis, die Ge­mein­de ha­be ei­ne so­ge­nann­te Ver­wer­tungs­kün­di­gung nach § 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB aus­sp­re­chen dür­fen. Sie ha­be ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se da­ran, das Haus zum best­mög­li­chen Kauf­preis auf den Markt zu brin­gen. Im ver­mie­te­ten Zu­stand sei je­doch ein Ver­kauf un­mög­lich, da durch die ge­rin­ge Mie­te ei­ne Sa­nie­rung nicht zu re­fi­nan­zie­ren sei. Die Al­ter­na­ti­ve zum Ver­kauf, ei­ne Sa­nie­rung des Ge­bäu­des durch die Ge­mein­de, sei aus dem­sel­ben Grund eben­falls wirt­schaft­lich nicht zu­mut­bar.
Mit sei­ner Be­ru­fung ge­gen die­ses Ur­teil zum LG war der Mie­ter nun er­folg­reich. Das LG hob das Ur­teil des AG auf und wies die Räu­mungs­kla­ge der Ge­mein­de ab. Zur Be­grün­dung führ­te das LG aus, ob ei­ne Fort­set­zung des Miet­ver­hält­nis­ses un­zu­mut­bar sei, sei ei­ne Fra­ge der Ab­wä­gung. Die­se fal­le hier zum Nach­teil der Ge­mein­de aus. Hier­bei war zu­nächst zu be­rück­sich­ti­gen, dass die ge­rin­ge Ren­di­te des Ob­jekts letzt­lich auf Ver­säum­nis­sen der Ge­mein­de be­ruh­te, eben­so der ho­he Sa­nie­rungs­auf­wand. Die Ge­mein­de hat­te nach den Fest­stel­lun­gen des LG die Mie­te seit mehr als 50 Jah­ren nicht er­höht, ob­wohl dies mög­lich ge­we­sen wä­re. Zu­dem hat­te sie das Haus über Jahr­zehn­te ver­fal­len las­sen.
Das LG kam au­ßer­dem zu dem Er­geb­nis, die Ge­mein­de ha­be nicht aus­rei­chend be­le­gen kön­nen, dass tat­säch­lich ein Ver­kauf des Hau­ses im ver­mie­te­ten Zu­stand nicht zu wirt­schaft­lich zu­mut­ba­ren Be­din­gun­gen mög­lich sei. Bei der Fra­ge, ob zur wirt­schaft­li­chen Ver­wer­tung ei­ner Im­mo­bi­lie die Kün­di­gung der be­ste­hen­den Miet­ver­hält­nis­se er­for­der­lich sei, kom­me es ge­ne­rell dar­auf an, wel­cher Preis im ver­mie­te­ten Zu­stand und wel­cher im un­ver­mie­te­ten Zu­stand zu er­zie­len sei. Ein ge­wis­ser Preis­nach­teil durch ei­nen Ver­kauf im ver­mie­te­ten Zu­stand sei dem Ver­mie­ter da­bei zu­mut­bar. Bei ei­ner Ge­mein­de als öf­f­ent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaft gel­te dies noch mehr als bei ei­nem pri­va­ten Ver­mie­ter.
Qu­el­le: OLG, Az. 1 S 117/19
Landwirtschaft
Seit dem Dürresommer 2018 hatte sich die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft für eine Steuersenkung bei der Dürreversicherung eingesetzt.
Konkret geht es um die Einbeziehung des Risikos Dürre als weitere wetterbedingte Elementargefahr in die Anwendung des ermäßigten Versicherungssatzes von 0,03 % statt 19 % der Versicherungssumme. Diese Änderung wurde nun vom Finanzausschuss des Bundestages beschlossen.
Dazu die Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft: „Es freut mich, dass unser Vorschlag, Dürreversicherungen zur Unterstützung der Bauernfamilien erheblich geringer zu besteuern, nun umgesetzt wird. Der ermäßigte Steuersatz ist der richtige Weg, um eigenverantwortlich vorzubeugen und in der Not unbürokratisch zu helfen. Die Versicherungswirtschaft kann bestehende Versicherungsangebote auf dieser Basis nun attraktiver gestalten.“
Die Vergünstigung tritt rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft. Somit profitieren davon auch Versicherungsnehmer, die bereits jetzt einen Versicherungsschutz haben.
Quelle: BMEL
Einkommensteuer und persönliche Vorsorge
Das Fi­nanz­ge­richt Müns­ter (FG) hat ent­schie­den, dass Zah­lun­gen von Ju­gend­äm­tern an ei­ne Ta­ges­mut­ter nicht aus­sch­ließ­lich für Zwe­cke der Er­zie­hung be­stimmt und da­mit nicht nach § 3 Nr. 11 EStG steu­er­f­rei sind.
Die Klä­ge­rin er­zielt als an­er­kann­te Ta­ges­mut­ter Ein­künf­te aus selbst­stän­di­ger Ar­beit, wo­bei sie in den St­reit­jah­ren Kin­der in ei­nem Um­fang zwi­schen 15 und 40 Wo­chen­stun­den be­t­reu­te. Ih­re Ein­nah­men setz­ten sich aus Zah­lun­gen der Ju­gend­äm­ter (An­er­ken­nungs­bei­trä­ge für För­der­leis­tun­gen und Er­stat­tung an­ge­mes­se­ner Kos­ten über Sach­auf­wand nach § 23 Abs. 2 Nr. 2 und Nr. 1 SGB VIII bzw. Mo­nats­pau­scha­len) so­wie von den El­tern der be­t­reu­ten Kin­der ge­zahl­ten Es­sens­gel­dern zu­sam­men. Das Fi­nanz­amt be­han­del­te sämt­li­che Zah­lun­gen als steu­erpf­lich­ti­ge Ein­nah­men.
Dem­ge­gen­über war die Klä­ge­rin der Auf­fas­sung, dass le­dig­lich das Es­sens­geld zu ver­steu­ern sei. Die Zah­lun­gen der Ju­gend­äm­ter sei­en da­ge­gen als Be­zü­ge aus öf­f­ent­li­chen Mit­teln zur För­de­rung der Er­zie­hung ge­mäß § 3 Nr. 11 EstG steu­er­f­rei.
Dem ist das FG nicht ge­folgt und hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Die st­rei­ti­gen Geld­leis­tun­gen sei­en zwar aus öf­f­ent­li­chen Mit­teln ge­zahlt wor­den. Es feh­le je­doch an ei­ner un­mit­tel­ba­ren För­de­rung der Er­zie­hung. Da na­he­zu je­de län­ger dau­ern­de Be­schäf­ti­gung mit Kin­dern zu­g­leich de­ren Er­zie­hung zum Ge­gen­stand ha­be, sei für die In­an­spruch­nah­me der Steu­er­be­f­rei­ung er­for­der­lich, dass die öf­f­ent­li­chen Gel­der aus­sch­ließ­lich zur Er­zie­hung be­stimmt sind. Nach § 22 Abs. 2 SGB VIII di­en­ten Ta­ge­s­ein­rich­tun­gen nicht nur der Er­zie­hung, son­dern auch der Un­ter­stüt­zung der El­tern da­hin­ge­hend, die Kin­der­er­zie­hung mit ei­ner Er­werb­s­tä­tig­keit ve­r­ein­ba­ren zu kön­nen. Die Ta­ges­mut­ter sol­le die Kin­der auch nicht an­s­tel­le der El­tern er­zie­hen, son­dern die El­tern le­dig­lich un­ter­stüt­zen. Dar­über hin­aus die­ne die Auf­nah­me der Kin­der bei der Klä­ge­rin auch de­ren Un­ter­brin­gung, Ver­sor­gung, Verpf­le­gung und der all­ge­mei­nen Be­t­reu­ung.
Un­ab­hän­gig da­von sei­en die Leis­tun­gen nicht als Bei­hil­fen an­zu­se­hen. Hier­un­ter fie­len nur un­ei­gen­nüt­zig ge­währ­te Un­ter­stüt­zungs­leis­tun­gen, nicht da­ge­gen Leis­tun­gen im Rah­men ei­nes ent­gelt­li­chen Aus­tausch­ge­schäfts. An­ders als an Pf­le­ge­el­tern ge­zahl­te Pf­le­ge­gel­der ver­gü­te­ten die an die Klä­ge­rin ge­leis­te­ten Pau­scha­len de­ren sach­li­chen und zeit­li­chen Auf­wand voll­stän­dig.
Qu­el­le: FG Müns­ter, Az. 6 K 3334/17 E
Für Sparer und Kapitalanleger
Das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le (OLG) hat ent­schie­den, dass über meh­re­re Jah­re mo­nat­lich ge­leis­te­te Zah­lun­gen an Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge zum Ka­pi­tal­auf­bau kei­ne „pri­vi­le­gier­ten Schen­kun­gen“ im Sin­ne von § 534 BGB dar­s­tel­len und der So­zial­hil­fe­trä­ger die­se des­halb von den be­schenk­ten Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu­rück­for­dern kann, wenn er selbst be­dürf­tig wird und des­halb Leis­tun­gen von ei­nem So­zial­hil­fe­trä­ger be­zieht.
In dem der Ent­schei­dung zu­grun­de­lie­gen­den Sach­ver­halt hat­te ei­ne Groß­mut­ter für ih­re bei­den En­kel nach de­ren Ge­burt je­weils ein für 25 Jah­re an­ge­leg­tes Spar­kon­to er­öff­net und dar­auf über ei­nen Zei­traum von ca. elf bzw. neun Jah­ren je­weils mo­nat­lich 50 EUR ein­ge­zahlt, um für die En­kel Ka­pi­tal an­zu­spa­ren. Die Groß­mut­ter be­zog ei­ne Ren­te von et­wa 1.250 EUR. Als sie voll­sta­tio­när in ei­ner Pf­le­ge­ein­rich­tung un­ter­ge­bracht wer­den muss­te, hat­te sie die Zah­lun­gen an ih­re En­kel zwar be­reits ein­ge­s­tellt, die für die Hei­m­un­ter­brin­gung von ihr an­tei­lig zu tra­gen­den Kos­ten konn­te sie aber nicht aus ei­ge­nen Mit­teln auf­brin­gen. Des­halb kam der So­zial­hil­fe­trä­ger für die­se Kos­ten auf und ver­lang­te von den En­keln vor dem Land­ge­richt (LG) die Rück­zah­lung der Be­trä­ge, die die Groß­mut­ter in den letz­ten zehn Jah­ren ein­ge­zahlt hat­te.
Das LG hat­te die Kla­ge ab­ge­wie­sen, weil es sich bei den ge­leis­te­ten Zah­lun­gen um so­ge­nann­te „An­stands­schen­kun­gen“ han­de­le, die nach dem Ge­setz nicht zu­rück­ge­for­dert wer­den könn­ten. Auf die Be­ru­fung des So­zial­hil­fe­trä­gers hat das OLG die­ses Ur­teil ge­än­dert und die En­kel zur Zah­lung der zu­rück­ge­for­der­ten Be­trä­ge ver­ur­teilt. Die ge­leis­te­ten Zah­lun­gen stel­len nach An­sicht des OLG we­der ei­ne sitt­lich ge­bo­te­ne „Pf­licht­schen­kung“ noch ei­ne auf mo­ra­li­scher Ver­ant­wor­tung be­ru­hen­de „An­stands­schen­kung“ dar. Als sol­che könn­ten zwar an­lass­be­zo­ge­ne Ge­schen­ke z. B. zu Weih­nach­ten und zum Ge­burts­tag zu wer­ten sein, die die En­kel eben­falls von ih­rer Groß­mut­ter be­kom­men hat­ten. Hier sp­re­che aber nicht nur die Sum­me der jähr­lich ge­leis­te­ten Be­trä­ge in An­be­tracht der fi­nan­zi­el­len Ver­hält­nis­se der Groß­mut­ter ge­gen ein dem An­stand ent­sp­re­chen­des Ge­le­gen­heits­ge­schenk, auch der Zweck der Zu­wen­dun­gen (Ka­pi­tal­auf­bau) sp­re­che ge­gen ei­ne sol­che Cha­rak­te­ri­sie­rung der Zah­lun­gen, die ge­ra­de nicht als Ta­schen­geld an die En­kel ge­leis­tet wur­den.
Qu­el­le: OLG Cel­le, Az. 6 U 76/19
Lesezeichen
Bei der Er­mitt­lung des Ge­sam­t­um­sat­zes nach der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung nach § 19 UStG ist bei ei­nem Händ­ler, der der Dif­fe­renz­be­steue­rung nach § 25a UStG un­ter­liegt, nicht auf die Dif­fe­renz zwi­schen dem ge­for­der­ten Ver­kauf­s­preis und dem Ein­kauf­s­preis (Han­dels­span­ne), son­dern auf die Ge­samt­ein­nah­men ab­zu­s­tel­len.
Wel­che um­satz­steu­er­li­chen Be­son­der­hei­ten beim Han­del mit Ge­braucht­wa­ren gel­ten und wie die Dif­fe­renz­be­steue­rung an­ge­wen­det wird, er­läu­tert die­ses Merk­blatt der IHK: http://ti­nyurl.com/le­se­zei­chen0420
Qu­el­le: BFH
Wichtige Steuertermine
Lohn­steu­er, Um­satz­steu­er (M, Vj):
14.04.2020 (17.04.2020)*
Fäl­lig­keit der Bei­trä­ge zur So­zial­ver­si­che­rung:
24.04.2020 (Bei­trags­nach­weis)
28.04.2020 (Bei­trags­zah­lung)
*Zur Wah­rung der Frist muss der Bei­trags­nach­weis am Vor­tag bis spä­tes­tens 24.00 Uhr ein­ge­reicht sein. En­de der Schon­frist bei Zah­lung durch Über­wei­sung in Klam­mern.